Warum gerade die Kitas?

Das Projekt „Gelebte Mehrsprachigkeit“ hat in diesem Jahr einige Neuerungen. Es soll sich hauptsächlich auf Kindergärten im Bezirk beziehen. Doch wieso gerade Kindergärten?

Wir wissen, dass jedes vierte Kind in unserem Bezirk zu Hause eine andere Sprache als Deutsch spricht. Pankow ist geprägt von der Migration aus der Europäischen Union. An erster Stelle stehen italienische Staatsbürger, gefolgt von polnischen Staatsbürgern, an dritter Stelle US-Bürger, gefolgt von syrischen, französischen und russischen Staatsbürgern.

Das übermäßig hohe Bevölkerungswachstum ist auf Migration und eine hohe Zahl an Geburten zurückzuführen, deren Gesamtanteil in den letzten Jahren 73 % des gesamten Bevölkerungswachstums ausmachte (lt. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg 2017: https://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/beauftragte/integration/information/artikel.276070.php).

Die lokalen Behörden sind entschlossen, die aktuellen Herausforderungen zu meistern. Die Migration der letzten Jahre stellt ein enormes soziales und wirtschaftliches Potenzial dar. Und Fremdsprachen gehören definitiv dazu!

Die Vorschulerziehung ist die erste Stufe der Bildung, die die Bürger*innen dann ihr Leben lang verfolgen. Das ist eine äußerst wichtige Stufe. Viele Emotionen, Muster und Gewohnheiten, die unser späteres Leben jahrelang begleiten, werden im Vorschulalter geprägt.

Wir setzen auf Mehrsprachigkeit!

Das Erlernen der Umgebungssprache, nämlich Deutsch, sollte mit dem Erlernen der Sprache, die die Kinder in der Familie sprechen, Hand in Hand gehen. Es ist die Sprache der Emotionen, die Sprache ihrer Wurzeln, die Sprache der mitgebrachten Kultur als Raum für die Kommunikation innerhalb der Familie und der Gesellschaft. Manchmal spricht eine Familie eine Sprache, manchmal zwei, manchmal drei. Jede von ihnen ist wichtig, weil sie Teil unserer Identität ist. Und jede von ihnen verdient Respekt, Pflege und Weiterentwicklung.

Sind sich mehrsprachige Familien des Wertes der Sprache bewusst und wissen sie, wie sie damit umgehen können? Was passiert, wenn ein Kind in den Kindergarten geht? Sind Kindergärten wirklich auf die Aufnahme mehrsprachiger Kinder vorbereitet?

Darüber wollen wir nun mit den pädagogischen Teams der Kindergärten sprechen. Und davon gibt es etwa 400 im Bezirk! Der Alltag im Kindergarten ist sicherlich nicht einfach. Wir wollen unsere langjährigen Erfahrungen in der Begegnung und Arbeit mit mehrsprachigen Familien, ihren Kindern und Enkeln weitergeben und dies mit Neuigkeiten zur mehrsprachigen und interkulturellen Erziehung unterstützen. Wir sind davon überzeugt, dass eine zwischenmenschliche Begegnung für diese Identitätsaspekte viel Gutes bewirken und ein günstiges Klima für die Entwicklung junger Persönlichkeiten, für die tägliche Team- und Gruppenarbeit und für den notwendigen offenen Dialog mit dem Elternhaus schaffen kann.

Die moderne Migrationsgesellschaft braucht diese Unterstützung jetzt! Und diese Unterstützung bieten wir gerne an.

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