Was hat die Zwei- und Mehrsprachigkeit mit dem Coronavirus gemeinsam?

Ja, Einiges. Sogar Vieles, wie es sich erweist.
Gegenwärtig haben wir eingeschränkte Möglichkeiten uns zu sehen, wir können nicht miteinander so kommunizieren, wie wir es uns wünschten. Das Bedürfnis miteinander zu kommunizieren bleibt jedoch da. Weil wir es mögen, uns zu unterhalten.
Außerdem gibt es Dinge, die einfach erledigt werden müssen und dazu muss auch kommuniziert werden.
Es gibt auch noch vielleicht die wichtigste Funktion der Kommunikation – die Information.

Wie natürlich ist es für Berlin – gleichzeitig jedoch aber nicht selbstverständlich und schließlich bis jetzt nicht realisiert – auf einmal doch möglich geworden: die Verfügbarmachung von wichtigen Informationen und Mitteilugen an die Gesellschaft in einer mehrsprachigen Version. Aktuell sind das vor allem Infos zur gegenwärtigen Situation in der Krise sowie ihre systematischen, laufenden Aktualisierungen. Diese werden über alle möglichen Kanäle gestreut, vor allem durch allgemein zugängliche Kanäle der sozialen Medien. Als gutes Beispiel möchte ich an der Stelle Informationen nennen, die durch das Büro der Integrationsbeauftragten des Berliner Senats, Katarzyna Niewiedział, einen großen Fan von Mehrsprachigkeit, veröffentlicht werden. Gleich mit dem ersten Tag der Pandemie wurden an die breite Öffentlichkeit die neuesten Informationen bekannt gegebenen – mehrsprachig. Und diese hörten sich in der bisherigen Realität so fremd an…

Dem Integrationsbüro folgten dann gleich auch zahlreiche Institutionen und Einrichtungen mit diversen Profilen, die mit mehrsprachigen Communities zusammenarbeiten, dann auch Vereine, die für das mehrsprachige und interkulturelle Berlin unterwegs sind.
Facebook, Twitter sowie andere Kanäle wurden zu einem neuen Babel-Turm! Der Zugang zu aktuellen und seriösen Informationen in Sprachen, die in unserer Stadt präsent sind, erleichtert wohl bis heute in seiner ganzen Dynamik, sich in der schwierigen und für viele sehr unsicheren neuen Wirklichkeit zurechtzufinden. Tolle Arbeit in hervorragender Qualität!

Es ist ein Ausdruck der Anerkennung der Bleiberechte Tausender Zugewanderten, es weist auf Chancen auf Stabilisierung der Existenz in einer neuen Lebensphase hin, es lädt zum Bürgerdialog ein – mit Souveränität und Achtung.
Es ist auch eine Einladung, Synergien der Vielfalt durch andere Kulturen und ihre Sprachen in Anspruch zu nehmen.
Gern denke ich jetzt an Stunden, die ich in Berliner Cafés verbracht habe und Klängen mir unbekannter Sprachen und Gespräche fremder Menschen gelauscht habe, ganz egal worüber…

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