Welche Sprachen für die Schule?

In den letzten Wochen wurde Stimmen der Anhänger*innen der Mehrsprachigkeit in der Öffentlichkeit richtig laut. Vielleicht habt Ihr diese Beiträge in den Medien schon mal wahrgenommen? Vielleicht kommt Euch die eine oder die andere Stimme bekannt vor?

Gleich am 09. Januar 2021 kam im DEUTSCHLANDFUNK ein Audio-Beitrag von Luise Sammann mit dem Titel Herkunftssprachlicher Unterricht.
Das Potenzial mehrsprachig aufwachsender Kinder heben Französisch, Spanisch, Latein – ein Abitur geht in Deutschland fast nur über diese Fremdsprachen. Wer zu Hause eine andere Sprache spricht, kann diese nur in einigen Bundesländern schulisch vertiefen. Dabei zeigen Studien, dass die gute Beherrschung einer Herkunftssprache Kindern Vorteile bringt.

Am 21. Februar 2021 zum Internationalen Tag der Muttersprache erreichte ein Kurzfilm Tausende Menschen durch Soziale Medien mit Statements von in Pankow lebenden 24 Personen, was für sie ihre Muttersprache bedeutet. In der Einladung der Integrationsbeauftragten Pankow von Berlin, Nina Tsonkidis, zu diesem Video lesen wir:

Heute ist der Internationale Tag der Muttersprache. Dieser von der UNESCO im Jahr 2000 ausgerufene Gedenktag soll sprachliche und kulturelle Vielfalt sichtbar machen. Alle Menschen haben mindestens eine Muttersprache und jeder Mensch sollte das Recht haben, seine Muttersprache frei sprechen zu dürfen und den Erhalt der Sprache zu fördern. Unser Netzwerk #LinguaPankow hat diesen Tag zum Anlass genommen, die sprachliche Vielfalt von Pankow in einem Video sichtbar zu machen, indem es die Menschen des Bezirks hat sprechen lassen. Herzlichen Dank an alle, die bei diesem wunderbaren Video mitgemacht haben und an Lucila Guichon für die Erstellung des Videos!“

Die Berliner Integrationsbeauftragte, Katarzyna Niewiedział, betonte wieder mal am 27. Februar 2021 im Gespräch mit Christoph Sterz im Deutschlandfunk Nova den Bedarf, den herkunftssprachlichen Unterricht als fremdsprachlichen Unterricht in Berlin und deutschlandweit anzuerkennen. Mitgebrachte Herkunftssprachen würden immer noch als verschwendete Ressource gesehen. Migrationspezifische Sprachen der Gesellschaft müssten dafür präsenter werden.

Als nächstes erwähne ich hier den Beitrag von Gabrielle Vosskühler in der TAZ vom 06. März 2021 Wenn Sprachunterricht Chancengleichheit schafft.
Mehrere Sprachen zu lernen überfordert Kinder nicht, im Gegenteil: Je besser sie ihre Muttersprache sprechen, desto schneller lernen sie die ihres Umfelds. Doch bis zum herkunftssprachlichen Unterricht ist es an vielen deutschen Schulen noch ein weiter Weg
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Der Artikel erschien mehrmals in den sozialen Medien mit dem hervorgehobenen Zitat von Dr. Anna Mróz, Sprachwissenschaftlerin: Die Herkunftssprache ist der Schlüssel zur eigenen Identität.

Am 19. März 2021 kann man an der Online-Fachtagung teilnehmen: Polnisch als Herkunftssprache in Deutschland | Europäische Perspektiven.

Es sind ja hier lediglich einige ausgewählte Beiträge aus den Medien der letzten Zeit zur aktuellen Betrachtungsweise der Herkunftssprachen in Berlin und in Deutschland. Sie zeugen jedoch von einer regen Diskussion in der Gesellschaft zu diesem Thema, in der es sich um mehr Wertschätzung für die vorhandenen Sprachen handelt und um den Umgang mit den Ressourcen – hier für Euch heute zusammengestellt als Anregung zum Denken & Handeln. Klickt Euch durch. Ich wünsche Euch heute noch eine angenehme und inspirierende Lektüre! Und vielleicht dann auch spannende Gespräche mit Kindern, Freund*innen und Bekannten?

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