EINLADUNG zur THEMENREIHE anlässlich der AUSSTELLUNG
„Hasan in Pankow. Migrationsgeschichte(n) im Berliner Nordosten“

AGATA, ZBIGNIEW UND KRYSTYNA – POLNISCHES PANKOW
In Kooperation mit dem SprachCafé Polnisch e. V.

Sehr geehrte Damen und Herren,
anlässlich der Ausstellung „Hasan in Pankow“ laden wir Sie herzlich zu unserer ersten Begleitveranstaltung ein.
Unter dem Titel „Agata, Zbigniew und Krystyna“ beleuchten wir das polnische Pankow.
Mit rund 3.058 Mitgliedern bilden die polnischstämmigen Berlinerinnen und Berliner in Pankow hinter der italienischen Community die zweitgrößte Migrantengruppe.
Im Verhältnis zu vielen anderen Zuwanderergruppen, die durch ihre Sprache, Gastronomie und Geschäfte im Stadtraum präsent sind, bleiben die Polinnen und Polen in Berlin relativ unauffällig.
Ost- und West-Berlin erlebten bis 1990 unterschiedliche Phasen der Migration aus Polen, u. a. infolge von Familiengründungen oder Arbeitsverhältnissen.
Verließen in den Siebzigern und Anfang der Achtzigerjahre zumeist Polinnen und Polen mit akademischem Hintergrund aus politischen Gründen ihr Heimatland, waren die Migrantinnen und Migranten der späteren Auswanderungswellen vor allem Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler, die eher aus wirtschaftlichen Motiven in die Bundesrepublik zogen.
Heute zeigt sich neben den verschiedenen sozialen und politischen Stellungen eine Kluft zwischen den Generationen.
Seit dem Beitritt Polens zur EU im Jahre 2005 entscheiden sich insbesondere junge Menschen zu einem längeren Aufenthalt im nahe gelegenen Berlin.

Wann? Donnerstag, den 18. Januar 2018, 18.00 bis 19.30 Uhr
Wo? Museum Pankow, Kultur-und Bildungszentrum Sebastian Haffner,
Prenzlauer Allee 227/228, 10405 Berlin

Unsere Gesprächspartner

Krysia Sar (1937 in Łódź geboren), mit bürgerlichem Namen Dr. Krystyna Reemer, studierte ab 1959 in Moskau. Sie heiratete dort einen Studenten aus der DDR, ging 1966 nach Ostberlin, promovierte und arbeitete an der Hochschule für Ökonomie. Von 1975-79 sowie 1990 begleitete sie ihren Ehemann, der als Diplomat tätig war, in die USA. Krysia Sar ist heute als Schriftstellerin tätig, veröffentlichte u.a.: „Wie in früheren Jahren. Menschen, Orte, Zeiten“ (2009), „Kommt das Herz zu kurz? Geschichten ohne Grenzen“ (2014).

Stanisław Baran (1953 in Kobylnica Wołoska geboren) absolvierte eine Ausbildung zum Zerspanungsfacharbeiter und ging 1975 als Vertragsarbeiter in die DDR. Er arbeitete zunächst in Bautzen, heiratete und ging 1979 mit seiner Frau nach Ost-Berlin. Er arbeitete zehn Jahre bei der Berliner Zigarettenfabrik VEB Garbáty. Seit vielen Jahren forscht Stanisław Baran intensiv über die Geschichte seiner Heimat, insbesondere über den Ersten Weltkrieg in Galizien.

Agata Koch (1964 in Lublin geboren) studierte nach ihrem Abitur in Leipzig Germanistik, kam 1990 nach Berlin und lebt seit 1999 in Pankow.
Sie arbeitet als Sprachdozentin, Dolmetscherin und Übersetzerin und initiierte 2012 das Sprachcafé Polnisch e. V., einen offenen Begegnungsort für Sprache und Kultur, insbesondere für Fans von Polen, von Land und Menschen, der polnischen Sprache, Kultur und Küche (www.sprachcafepolnisch.org).

Agata Eßer (1979 in Kozienice geboren) studierte in Polen Politik- und Sozialwissenschaften und ging für Studien im Rahmen ihrer Promotion über die Integration von Polinnen und Polen in den USA für mehrere Monate nach Chicago. Dort lernte sie einen Deutschen kennen, heiratete, lebte später in Aachen und seit 2008 in Berlin. Sie berät heute im Welcome Center Pankow neu zugezogene Pankower und Pankowerinnen aus dem Ausland.

Wir würden uns freuen, Sie bei dem Gesprächsabend begrüßen zu dürfen. Sie haben vor der Veranstaltung die Gelegenheit, an einer Führung durch die Ausstellung „Hasan in Pankow“ teilzunehmen. Sie beginnt um 17 Uhr. Alle weiteren Termine finden Sie in dem beigelegten Flyer oder auf unserer Homepage.

Beste Grüße,
Katarina Niewiedzial

 

Die Vernissage am 14.12.2017 bildete den Auftakt der Themenreihe „Migrationsgeschichten im Berliner Nordosten“, zu der bis März 2018 verschiedene Gesprächsabende und Diskussionen stattfinden werden: über die vietnamesischen Vertragsarbeiter*innen in der DDR, die polnische Arbeitsmigration und die russischen Zuwanderung. Wir widmen uns zudem der gegenwärtigen Einwanderung von jungen Europäern nach Pankow sowie den Bürgerkriegsflüchtlingen aus Syrien und Afghanistan.

Nach Stationen in Dortmund, Hagen, Neuss und Düsseldorf ist die Ausstellung „Onkel Hasan und die Generation der Enkel“ zu Gast in Pankow. Sie handelt sowohl von den Perspektiven der mehrheitlich türkischen Arbeitsmigrant*innen, die seit Mitte der 1960er-Jahre nach Deutschland eingewandert sind, als auch von den Erfahrungen ihrer Nachkommen, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind. In Zusammenarbeit mit dem Museum Pankow haben wir die Ausstellung aus dem Ruhrgebiet zum Anlass genommen, um regionale und punktuelle Bezüge der Pankower Migrationsgeschichten zu erzählen und durch Gespräche mit Zeitzeugen, Buchlesungen und Filmbeiträgen den Pankowerinnen und Pankower näher zu bringen.

Es wäre uns eine Freude, Sie bei der Ausstellung mit ihrem Begleitprogramm begrüßen zu dürfen. Nutzen Sie die Gelegenheit, um noch mal miteinander ins Gespräch zu kommen.
Wir freuen uns auf Sie!

Mit besten Grüßen,

Katarina Niewiedzial
Integrationsbeauftragte