…Unterm Wawel liegt die Wanda, weil sie den Deutschen nicht heiraten wollte? OMG, das ist aber schade, dass sie in die Weichsel sprang! Hätte sie doch ihr Glück versucht! Was, das waren andere Zeiten? Sicher, die Polin von heute, scheint Prinzessin Wanda’s Meinung nicht zu teilen. Und viele deutsche Männer lassen sich von dieser Geschichte nicht abschrecken. Nein, sie nehmen eine Polin als Ehefrau sehr gerne. Nur der polnische „Janek“ zögert immer noch mit dem Heiraten einer deutschen Frau. Dafür hat die heutige „Wanda“ keine Skrupel, wenn sie einen Deutschen heiratet. Was ist das Geheimnis der gegenseitigen allgegenwärtigen Anziehung? Was hat eine Polin, was eine Deutsche nicht hat? Und wie stehen deutsche Frauen dazu? Geht es hierbei um die leidenschaftliche Liebe? Oder eine etwas rationell gesteuerte Liebe, weil der Deutsche in der Regel mehr auf dem Konto hat? Und was kommt danach? Dauert die Idylle lange? Oder ist eine Bindung von so unterschiedlichen Kulturen toxisch und führt letztendlich zum Zerfall der Ehe? Ja, wir werden es, leider, nie erfahren, weil es so viele Scheidungen gibt, dass ihre zwischen kulturelle Spezifik niemandem mehr auffällt. Und worin bestehen die kulturellen Unterschiede eigentlich? Gibt es sie überhaupt? Woran erkennt man das „Deutsche“ oder das „Polnische“? Sind es Unterschiede der Werte oder der Temperamente? Oder Unterschiede in der Art der Behandlung von Alten, Schwachen, Kindern? Wo kommen sie eigentlich her? Ist es immer noch der Einfluss der Lutherlehre hier und des Katholizismus dort? Sind die deutsch-polnischen Paare von heute anders als die von gestern? Wie entwickeln sich eigentlich Kinder von so unterschiedlichen Eltern? Treten die Ehefrauen aus ihrer polnischen „Unsichtbarkeit“ aus? Die meisten von den gemischten Ehen leben in Deutschland. Ja, sie haben auch ein „Häuschen“ zu Hause, d.h. in Polen, sagen die Polinnen nach 20 jahren des Lebens hier. („domek“, ja, die Sprache allein, diese Verniedlichungen). D.h. domek gehört in Wirklichkeit den Eltern und dorthin fahren unsere Protagonistinnen fast immer in den Ferien oder zu Feiertagen. Weihnachten! Obwohl gerade Weihnachten hier in Deutschland auch wunderschön begangen wird. Es gibt den auch den Weihnachtsmann und den geschmückten Tannenbaum und wunderschöne Weihnachtslieder. Heißt es, sie leben in beiden Ländern? In Polen und in Deutschland? Hier: weil was? Der Lebensstandard ist Höher? Weil der Beruf des Mannes immer noch über den Lebensmittelpunkt entscheidet? Dort: Weil…weil was? Sie sehnen sich nach ihrer Heimat, dem Haus und der Straße, in der sie aufgewachsen sind, nach ihren Freunden, nach Bigos und Rote Beete Suppe? Na, das brauchen sie nicht. Hier gibt es die polnische Küche, Lebensmittel, Zeitungen, sogar Kirchen überall. Wie auch sonst in der ganzen Welt. Chicago ist zwar die zweitgrößte Stadt Polens, man sagt ja „Kościuszko jeździ po Chicago“. Kościuszko ist Stadtbus. Und in Deutschland? Wir haben Podolski und ….

 

Krysia Sar heiratete einen Deutschen in den 60ger Jahren….. lädt uns zum Gespräch über dieses interessante Thema gemeinsam mit Aga Eßer, die ebenfalls mit einem Deutschen seit … Jahren verheiratet ist. Beide Autorinnen sind Polinnen, beide heirateten deutsche Männer und verließen ihr Land, beide leben und arbeiten in Berlin. Das Treffen wird uns nachdenklich stimmen,  humoristisch und ernst  zugleich sein. Kommt und überzeugt Euch. Wir erwarten eine leidenschaftliche Diskussion.

Achtung: Wir haben absolut nichts dagegen, dass die deutschen Ehemänner dabei sind. Es steht ihnen schließlich zu dabei zu sein, wenn über sie geredet wird. Ihretwegen werden wir dieses Treffen in Deutsch durchführen. Wie bitte??? Nicht nötig, weil alle Polnisch sprechen???

Diese Veranstaltung wird mit Unterstützung des Bezirksamtes Pankow realisiert.
Unkostenbeitrag: 5,-€, Mitglieder 4,-€
Abmeldung erbeten: kontakt@sprachcafe-polnisch.org

Zapraszamy!

Bericht:
Arkadiusz.Łuba vom Auslandsdienst der Polnischen Rundfunks war dabei:

http://www.auslandsdienst.pl/3/22/Artykul/355929,Er-kommt-aus-Deutschland-Sie-ist-Polin