Ist der Urlaub schon vorbei? Oder liegt er noch vor Euch? Wie auch immer: Der Sommer ist da, wir können ihn jetzt in vollen Zügen genießen und geplante Reisen antreten. Die Reisezeit ist eine besonders gute Zeit, um neue Orte und neue Menschen kennenzulernen, manchmal auch überraschende Situationen zu erleben, denn nicht immer lässt sich alles einplanen. Und das ist gut so.

Reisen in andere Länder – bewusst nenne ich es „andere“ und nicht fremde – was eher entmutigen würde, Neuem zu begegnen und möglicherweise eine Art Mauer wachsen zu lassen – geht es Euch ähnlich? – sind noch spezieller: Es geht nicht nur darum, neue Landschaften und Klimazonen zu durchstreifen, sondern auch andere Kulturen, Architekturstille, Kulinarien, Bräuche und Sprachen kennenzulernen!

Die heutige Welt wird immer globalisierter, alles vermischt sich… In fast jeder touristischen Region der Erde begegnen wir beinahe Bürgern aus aller Welt!

Unsere Achtsamkeit kann uns verhelfen, subtile Nuancen dieser Art – wenn das auch nur flüchtige Begegnungen sind – wahrzunehmen. Aber was nehmen wir dann eigentlich wahr? Worauf konzentrieren wir uns? Wenn ich mit meiner Familie unterwegs bin, stellen wir abends beim Revuepassieren oder beim Kommentieren fest, dass fast jeder von uns anders auf den Tag zurückblickt, obwohl wir zur gleichen Zeit an gleichen Orten waren… Was ist also objektiv? Wie war es wirklich? Mit Sicherheit ist jede Perspektive von uns allen richtig. Ich glaube, es lohnt sich die positiven Wahrnehmungen aufzufangen, denn diese werden zu unseren langfristigen Kraftquellen und als Inspirationen können sie uns konkrete Impulse zum Handel geben. In den dabei behilflichen „Reisekoffer“ können also hinein: Notizen, auch stichwortartige Notizen, Aufzeichnungen, Gedanken, Impulse, etc. Das können auch Zeichnungen sein, oder eigeklebte Kleinigkeiten. Fotos. Ja, Fotos! Vielleicht gelingt es nach der Reise ein kleines Fotoalbum zusammenzustellen? Die Erfahrung lehrt uns, im Nachhinein schaut sich kaum jemand – selbst in Laptop heruntergeladene – Fotos an. Grußkarten! Schreibt sie und verschickt sie an Euch selbst J Und an Eure Nächsten. Das ist ein Stück heute schon fast vergangener Kommunikationskultur… Mit Menschen, die uns wichtig sind, teilen wir auf diese Art und Weise die schönen, magischen Augenblicke…

Es ist wichtig, sich positive Eindrücke von der Reise zu merken, sie aufzuschreiben, festzuhalten, um auf sie zurückkommen zu können. Immer wieder. Vielleicht haben sich in unser Gedächtnis dann unter anderem auch Sprach- und Kulturcodes eingefunden und eingeprägt? Diese, die uns gerade auf unseren Wegen begegnet sind und denen wir immer schon begegnen und sie ergründen wollten. Dann sind sie uns doch nicht mehr fremd… Das fühlt sich gut an.

 

Agata Koch, Blogautorin, ist in Polen geboren, Germanistin, Sprachdozentin, Übersetzerin sowie Initiatorin und Koordinatorin des SprachCafés Polnisch als Modellkonzeptes lokaler sozialer Initia-tiven: www.sprachcafe-polnisch.org. Nach Studienjahren in Leipzig zog sie 1990 nach Berlin. Seit 2000 lebt sie mit ihrer Familie zu-sammen im grünen Norden der Großstadt, in Pankow. Gerade hier entdeckte sie ihre Vorliebe zur Fotografie sowie zu anderen visuellen Formen neu. In ihrem kreativen Alltag wird sie auch vom dichterischen und erzählerischen Wort begleitet. Beide Sprachen betrachtet sie als Inspiration füreinander. „Begegnungen sind wichtig“ heißt das Motto der vielen gelebten Jahre in anregender Vielfalt der Kulturen, Sprachen und Generationen. https://agakoch.wordpress.com/ Dieser Blog ist eine Ankündigung einer umfangreicheren Publikation. Austausch hierzu, Ideen und neue Anregungen sind gern willkommen! Kontakt: a.koch@sprachcafe-polnisch.org.