Die Sommerzeit ist eine gute Gelegenheit, die Welt erkunden. Jeder tut das auf seine eigene Art und Weise: mit weiten Reisen oder kurzen Trips, mit neuen spannenden Reisebüchern oder auch mit faszinierenden, farbenfrohen Filmen.

Egal aus welcher Perspektive, man bildet sich dadurch immer weiter.

Es sind immer Menschen, Begebenheiten, Natur und Landschaften. Dann begegnen wir ihnen aus der Nähe, betrachten sie genauer, fast wie durch eine Lupe. Wir beobachten Menschen, ihr Äußeres, ihre Bewegungen, Gesten, wir hören die Töne ihrer Worte oder dezente Musik. Wir nehmen Gerüche wahr. Von all dem werden wir beeindruckt. Natur und Landschaften schaffen ein hervorragendes Bühnenbild dazu, ihre Kulisse. Diese verstärken lediglich unsere Eindrücke.

Die Sommerzeit ist eine gute Zeit, um einen Augenblick stehenzubleiben, diese wunderschönen Landschaften um uns herum zu bewundern oder auch die banalen Bilder des Alltags zu bestaunen, in all das hineinzuhorchen und all das zu erspüren, was gerade um uns ist.

Wie nehme ich sie wahr? Wie nehme ich diesen Moment wahr? Wohin möchte er mich gerade (ver)führen?

Wieviel von langeiligem Alltag steckt hier drin? Wieviel Andersartigkeit? Wieviel Fremde? Wie nehme ich sie wahr?

Es lohnt sich, diese Momente zuzulassen, wenn sie schon da sind… Einfach erlauben, da zu sein. Es lohnt sich, ihnen ein wenig Aufmerksamkeit zu schenken, sie zu betrachten, sie kennenzulernen, sie anzunehmen, vielleicht sogar sich mit ihnen anzufreunden? Und manchmal vielleicht sich von ihnen begeistern zu lassen…?

Erkenntnisprozesse begleiten uns das ganze Leben lang. In unserem Kontext realisieren sie sich u.a. durch das Kennenlernen anderer Kulturen und ihrer Sprachen sowie durch das Sich-immer-wieder-Finden und die Bestätigung eigener Identität. Diese definiert sich ja in großem Maße durch die Kultur und die Muttersprache. Offenheit und Neugier anderen gegenüber kann die Erweiterung des Wissens sowie die Bereicherung der emotionalen Welt, davon unabhängig aber auch die Stärkung der eigenen Persönlichkeit sein.

Es lohnt sich demnach, Höhen und Gewässer, Kulturen und Sprachen bewusst zu durchstreifen. Und das mit Dankbarkeit.

Für kleine aber auch weite Reisen ist der Sommer immer eine gute Zeit.

 

Agata Koch, Blogautorin, ist in Polen geboren, Germanistin, Sprachdozentin, Übersetzerin sowie Initiatorin und Koordinatorin des SprachCafés Polnisch als Modellkonzeptes lokaler sozialer Initia-tiven: www.sprachcafe-polnisch.org. Nach Studienjahren in Leipzig zog sie 1990 nach Berlin. Seit 2000 lebt sie mit ihrer Familie zu-sammen im grünen Norden der Großstadt, in Pankow. Gerade hier entdeckte sie ihre Vorliebe zur Fotografie sowie zu anderen visuellen Formen neu. In ihrem kreativen Alltag wird sie auch vom dichterischen und erzählerischen Wort begleitet. Beide Sprachen betrachtet sie als Inspiration füreinander. „Begegnungen sind wichtig“ heißt das Motto der vielen gelebten Jahre in anregender Vielfalt der Kulturen, Sprachen und Generationen. https://agakoch.wordpress.com/ Dieser Blog ist eine Ankündigung einer umfangreicheren Publikation. Austausch hierzu, Ideen und neue Anregungen sind gern willkommen! Kontakt: a.koch@sprachcafe-polnisch.org.