Mittwochs findet das Sprachtraining Deutsch statt: mit deutschen Muttersprachler*innen, mit dem Fokus Sprachtandems. Es ist eine Art Hilfe zur Selbsthilfe. Menschen haben sich doch gegenseitig so viel zu bieten! Oft braucht es nur angeregt zu werden, Offenheit ist die Voraussetzung…

Diejenigen, die ihr Deutsch verbessern möchten, können das jetzt auch durch Übersetzungsübungen tun, wo Präzision des Ausdrucks gefordert wird. Einmal monatlich wird Kommunikation trainiert: die Basis schaffen bekannten Märchen, die dann interaktiv nacherzählt werden. So bietet jeder Mittwoch bei uns eine andere Form, Deutsch zu perfektionieren.

Monatlich kommt auch der DamenSalon zusammen. Hier suchen wir noch Teilnehmer*innen, die sich über anspruchsvollere Themen austauschen möchten und das im interkulturellen Kontext. Die Alltäglichkeiten spielen dabei auch eine ganz wichtige Rolle. Auf Deutsch soll es laufen. Denn sein Ursprung rührt aus einem Deutschkurs für Neuberliner*innen her, in dem sich Frauen aus verschiedenen Ländern mit verschiedenen Muttersprachen zusammengefunden haben und ihre Neugier aufeinander weiter pflegen möchten. Und ihre Deutschkenntnisse vertiefen möchten. Inzwischen wohnen sie in entlegenen Stadtbezirken, manche haben Jobs bekommen, das Zusammenkommen für sie alle bei uns in ihrem Alltag grenzt manchmal ans Unmögliche. Diese Perspektive zusammenzukommen möchten sie aber nicht verlieren, die Idee ist gut, jetzt versuchen wir den DamenSalon an Frauen aus unserem hauptsächlich lokalen Wirkungskreis zu richten.

Auch KreativWerkstatt jeden Mittwoch bietet gute Möglichkeiten, nicht nur Handarbeiten zu erlernen, Gegenstände und Figuren aus Pappmasche zu zaubern, zu basteln, sondern auch sich zu diversen Themen auszutauschen und die Sprache zu trainieren – welche auch immer! Die Nachmittagszeit ermöglicht Begegnungen von verschiedenen Generationen. Und das ist immer spannend.

Das Donnerstags-SprachCafé findet jetzt auch wöchentlich statt: mit Themen wie Sprache, Literatur, Geschichte, Kunst, Kulinarisches, Nachbarschaft. Manchmal sind es anspruchsvolle, manchmal weniger anspruchsvolle Fragen, manchmal findet sich eine kleine Gruppe zusammen, manchmal füllt sich das ganze Haus. Menschen, die das für sie Wichtige mit anderen teilen möchten, haben die Möglichkeit, es hier zu verwirklichen. Der Rahmen ist ja da. Montagsabende werden ihn bald noch vervollständigen.

Kreatives Schreiben als Workshop gibt es seit den Anfängen des SprachCafés – mit Ruth und Natalie. Es fand bis vor kurzem zweimal im Jahr statt. Jetzt haben wir die Möglichkeit, uns hier monatlich zu treffen. Die beiden Frauen haben sich hier kennengelernt und sind seit Jahren miteinander befreundet. Zwei Generationen kommen zusammen und inspirieren sich gegenseitig künstlerisch. Mehrere Literatur- und Schreibinteressierte profitieren von dieser Verbindung. Hier entsteht ein wunderbarer Raum, sich mit Feinheiten der Sprache(n) zu befassen, Perspektiven zu wechseln, neue künstlerische Ausdrucksmittel auszuprobieren, den Genuss am geschrieben Wort mit anderen zu teilen, sich mit Tipps auszutauschen, Ideen weiter zu entwickeln, sich einfach besser gehen zu lassen…

Neue Anregungen liefern ebenso jedes Mal Gäste dieses Raumes – mit ihren individuellen Interessen, Fertigkeiten, Stärken, mit ihrer Kunst des Wortes. Der Raum des Reichtums wird weiter.

Hin und wieder ergeben sich neue Ideen und Einzelanfragen zur Nutzung der Räume. Toll! So kommt echte Dynamik zustande, die aufgefangen werden möchte, denn sie ist wertvoll. Gleichzeitig suchen wir noch für bereits Angefangenes nach besseren Lösungen für ihre Fortsetzung und Weiterentwicklung. Denn seit dem Sommer gibt es viele Neuigkeiten, sie müssen sich erst noch richtig zusammen puzzeln.

Unser Nachbarschafts-/BegegnungsCafé befindet sich jetzt in der Aufbauphase. Wir suchen immer noch Ehrenamtliche. Das Ziel ist es, unseren Gästen längere Öffnungszeiten anbieten zu können, so dass sie auch außerhalb der Veranstaltungszeiten zu uns kommen können, um eine Kleinigkeit zu genießen, um sich über Angebote zu informieren, um zu verweilen, um anderen zu begegnen… Egal, wie lange man hier schon lebt, tut es immer wieder gut und ist stärkend, die Klänge der Muttersprache wahrnehmen zu können und in der Sprache zu baden! Es zu schätzen wissen das besonders die älteren Gäste, die auf der Suche nach ihrer verlorenen Sprache sind.

Die schwarze Tafel mit der Kreideschrift, am Eingang platziert, informiert über den aktuellen Tagesablauf im SprachCafé. Diese Tafel scheint uralt zu sein, hat aber so echten Charme… Oder ist das meine Schwäche für Dinge, die ihre eigene Geschichte verraten? Als wir hier im Winter eingezogen sind, stand sie im Keller. Vorher musste sie wohl im damaligen Restaurant an diesem Ort Dienste geleistet haben. A. hat sie mit frischer Farbe überstrichen, so sieht sie wohl lebendiger aus.

 

Agata Koch, Blogautorin, ist in Polen geboren, Germanistin, Sprachdozentin, Übersetzerin sowie Initiatorin und Koordinatorin des SprachCafés Polnisch als Modellkonzeptes lokaler sozialer Initiativen: www.sprachcafe-polnisch.org. Nach Studienjahren in Leipzig zog sie 1990 nach Berlin. Seit 2000 lebt sie mit ihrer Familie zusammen im grünen Norden der Großstadt, in Pankow. Gerade hier entdeckte sie ihre Vorliebe zur Fotografie sowie zu anderen visuellen Formen neu. In ihrem kreativen Alltag wird sie auch vom dichterischen und erzählerischen Wort begleitet. Beide Sprachen betrachtet sie als Inspiration füreinander. „Begegnungen sind wichtig“ heißt das Motto der vielen gelebten Jahre in anregender Vielfalt der Kulturen, Sprachen und Generationen. https://agakoch.wordpress.com/ Dieser Blog ist eine Ankündigung einer umfangreicheren Publikation. Austausch hierzu, Ideen und neue Anregungen sind gern willkommen! Kontakt: a.koch@sprachcafe-polnisch.org.