Der März 2018 brachte neue Veranstaltungen in der Schulzestraße. Gelebte Mehrsprachigkeit heißt eine ganze Reihe von Veranstaltungen für Eltern, Großeltern und Erzieher*innen. Fundiertes Wissen, zahlreiche Tipps aus der Praxis, Erfahrungsaustausch zum Thema Zwei- und Mehrsprachigkeit sind die Inhalte. Parallel finden gezielt ausgesuchte Spiele für Kinder im Nebenraum statt. Für das ganze Jahr ist das Projekt angelegt, welches von Expert*innen entworfen und geleitet wird und auf Aktivitäten und ihren Erfolgen vom letzten Jahr im Rahmen von CitizenKidsCenter basiert. Das 2016 gestartete und 2017 von 5 Vereinen der MSO fortgesetzte Projekt erwies sich schwer handelbar und teilte sich in drei Einzelprojekte. Für uns fruchtete es als Kooperation mit dem spanischsprachigen MaMis en Movimiento e.V. – Mütter Migration und Bewegung. Übrigens mit großer Freude. Die vielen Jahre davor gab es hin und wieder Berührungspunkte, gemeinsame Aktivitäten, Entdeckungen und Synergien, und auch jede Menge Spaß dabei! Vor allem gegenseitige Sympathie. Die Hauptakteurinnen sind diesmal Dr. Anna Mróz, Sprachwissenschaftlerin vom SprachCafé und Ana Maria Acevedo, Logopädin von MaMis. Beide haben sich auf Mehrsprachigkeit spezialisiert, stehen laufend im Austausch und profitieren davon. Und nicht nur die beiden.

Diesmal begegnen sie sich in einem neuen Rahmen: Gelebte Mehrsprachigkeit in der Schulzestraße in Pankow, in unseren neu angemieteten Räumen. Welch eine Ehre! Obwohl sie immer noch nicht ganz fertig ausgestattet sind, sind die Grundlagen schon vorhanden. Keine Panik, man fühlt sich da wohl, es ist sogar ein wenig atmosphärisch, sagen Besucher…

Ob Polnisch oder Spanisch – das spielt keine Rolle, denn die Fragen, die von Betroffenen gestellt werden, sind immer die gleichen: ähnliche Unsicherheiten werden geäußert, fast die gleichen Zweifel. Auch die Antworten und die Suche nach Lösungen sind dieselben. …ah, wie beruhigend, empowernd, beglückend…! Diese Gefühle schaffen dann – wenn auch plötzlich – einen Zusammenhalt. Ein wunderbares Gefühl feststellen zu können, wir sind mit all dem, was uns in der Seele zutiefst bewegt, nicht alleine….

Wie war das damals für mich, ja, mittlerweile vor fast 20 Jahren?

 

Agata Koch, Blogautorin, ist in Polen geboren, Germanistin, Sprachdozentin, Übersetzerin sowie Initiatorin und Koordinatorin des SprachCafés Polnisch als Modellkonzeptes lokaler sozialer Initiativen: www.sprachcafe-polnisch.org. Nach Studienjahren in Leipzig zog sie 1990 nach Berlin. Seit 2000 lebt sie mit ihrer Familie zusammen im grünen Norden der Großstadt, in Pankow. Gerade hier entdeckte sie ihre Vorliebe zur Fotografie sowie zu anderen visuellen Formen neu. In ihrem kreativen Alltag wird sie auch vom dichterischen und erzählerischen Wort begleitet. Beide Sprachen betrachtet sie als Inspiration füreinander. „Begegnungen sind wichtig“ heißt das Motto der vielen gelebten Jahre in anregender Vielfalt der Kulturen, Sprachen und Generationen. https://agakoch.wordpress.com/ Dieser Blog ist eine Ankündigung einer umfangreicheren Publikation. Austausch hierzu, Ideen und neue Anregungen sind gern willkommen! Kontakt: a.koch@sprachcafe-polnisch.org.